Fünf intensive Tage voller Begegnungen, gemeinsamer Erlebnisse und bewegender Erinnerungsmomente liegen hinter der Delegation der Feuerwehr Kerpen. Gemeinsam mit Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Kerpen reisten Betreuerinnen und Betreuer im Rahmen der Städtepartnerschaft nach Oświęcim (Polen) und erlebten, wie wertvoll internationale Freundschaften und der Austausch zwischen jungen Menschen sein können.
Bereits am Ankunftstag wurde deutlich, worum es bei dieser Reise ging: Nach der herzlichen Begrüßung begann am Abend das erste gemeinsame Programm mit den Jugendfeuerwehrmitgliedern aus Oświęcim, dem Landkreis Südliche Weinstraße und Kerpen. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Feuerwehrgerätehaus entstanden innerhalb kürzester Zeit erste Gespräche, neue Kontakte und eine Gemeinschaft, die die gesamte Reise prägen sollte.
Am Freitag erhielten die Jugendlichen spannende Einblicke in die Werkfeuerwehr Synthos sowie die Staatliche Feuerwehr Oświęcim. Dabei konnten sie erleben, wie Feuerwehrarbeit in Polen organisiert ist, Unterschiede kennenlernen und gleichzeitig feststellen, wie viele Werte Feuerwehrleute über Ländergrenzen hinweg verbinden.
Ein besonderes Highlight war am Samstag die Feuerwehr-Olympiade. An elf Feuerwehrgerätehäusern in der Region Oświęcim absolvierten die internationalen Teams mit viel Begeisterung abwechslungsreiche Aufgaben, bei denen Teamgeist, Geschicklichkeit und feuerwehrtechnisches Können gefragt waren. Der Tag endete mit einem traditionellen gemeinsamen Essen und einer zweieinhalbstündigen Disco, bei der Sprachbarrieren schon nach kurzer Zeit keine Rolle mehr spielten. Es wurde gemeinsam gelacht, gesungen, getanzt und gefeiert – ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie unkompliziert junge Menschen Brücken zwischen Ländern bauen können.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Erinnerns. Die Besuche der Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau sowie ein anschließender Workshop gehörten zu den bewegendsten Momenten der Reise. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte war für alle Beteiligten herausfordernd, zugleich aber von großer Bedeutung. Gerade solche Erfahrungen machen deutlich, wie wichtig Begegnungen, gegenseitiger Respekt und gelebte Verständigung für den Erhalt von Frieden und Demokratie sind.
Am Sonntagabend folgte ein offizielles Zusammenkommen der Delegationen, bei dem die Jugendlichen aus Kerpen ihren Freundinnen und Freunden aus Oświęcim ein ganz besonderes Gastgeschenk überreichten: einen von ihnen signierten Feuerwehrschlauch. Dabei erklärten sie, dass dieser Schlauch bereits seine eigene Geschichte habe – so wie die Freundschaft zwischen Oświęcim und Kerpen. Ein Feuerwehrschlauch ist eine Verbindung über Distanzen hinweg, hält zusammen und entfaltet seine größte Wirkung dort, wo Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Genau dieses Bild steht sinnbildlich für die gewachsene Freundschaft zwischen den beiden Städten.
Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück trat die Kerpener Gruppe am Montag die Heimreise nach Kerpen an – im Gepäck zahlreiche neue Freundschaften, wertvolle Erfahrungen und viele Eindrücke, die die Jugendlichen nicht nur als Mitglieder der Jugendfeuerwehr, sondern auch persönlich wachsen ließen.
Für Branddirektor Andre Haupts, Leiter der Feuerwehr Kerpen und Betreuer der Reise, zeigt die Fahrt eindrucksvoll, welche Kraft in einer lebendigen Städtepartnerschaft steckt:
„Feuerwehr verbindet Menschen über Grenzen hinweg. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je ist, sind solche Begegnungen von unschätzbarem Wert. Unsere Jugendlichen haben erlebt, wie aus einem ersten Kennenlernen innerhalb weniger Tage echtes Vertrauen und Freundschaften entstehen können.“
Die Reise soll für die Jugendlichen jedoch nicht mit der Rückkehr nach Kerpen enden. Ein gemeinsames Nachtreffen ist bereits geplant. Einige der Jugendlichen werden voraussichtlich im kommenden Jahr gemeinsam die Truppmannausbildung als Einstieg in die Einsatzabteilung beginnen und damit auch über die Jugendfeuerwehr hinaus miteinander verbunden bleiben. Zudem möchten sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit möglichst vielen Menschen in Kerpen teilen. Hierfür bereiten sie gemeinsam eine Präsentation vor und planen auch ein kleines Überraschungsgeschenk für den Stadtrat.
Den Jugendlichen ist dabei besonders wichtig, das Erlebte weiterzugeben. Die Erfahrungen aus Oświęcim sollen nicht nur für sie persönlich prägend bleiben, sondern möglichst viele Menschen in Kerpen erreichen. Denn wenn aus Begegnungen Verständnis, aus Verständnis Freundschaft und aus Freundschaft dauerhafte Verbindungen entstehen, kann eine solche Reise auch weit über die eigentlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinaus Wirkung entfalten.
Ein besonderer Dank gilt der gesamten Delegation in Oświęcim, insbesondere Magda, Wojtek, und Krzysztof sowie Stadtpräsident Janusz Chwierut für die herzliche Gastfreundschaft und die hervorragende Organisation. Ebenso gilt allen weiteren Beteiligten, die mit ihrem Engagement, ihrer Unterstützung und ihrer herzlichen Aufnahme zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben, ein besonderer Dank.
Die Jugendlichen bedanken sich außerdem bei den Stadtjugendwarten Ines Hartmann und René Altendorf, der Abteilungsleiterin Kultur und Sport, Brigitte Fischenich, sowie allen weiteren Helferinnen und Helfern, die diese besondere Bildungs- und Begegnungsreise möglich gemacht haben.
Die Reise hat eindrucksvoll gezeigt: Die Städtepartnerschaft zwischen Oświęcim und Kerpen ist weit mehr als ein offizieller Austausch – sie wird durch die Feuerwehr mit Leben gefüllt.
DANKE!













