Übergabe einer neuen Drehleiter und eines Kommandowagens

Am vergangenen Samstag, den 21.03.2026, fand im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Kerpen die Übergabe von zwei neuen Einsatzfahrzeugen durch den Bürgermeister der Kolpingstadt Kerpen, Thomas Jurczyk, an den Leiter der Feuerwehr Kerpen, Branddirektor Andre Haupts, statt.

Der Einladung zur feierlichen Übergabe folgten auch zahlreiche politische Vertreterinnen und Vertreter. Bürgermeister Thomas Jurczyk freute sich eine neue Drehleiter vom Typ DL(A)K 23/12 sowie einen neuen Kommandowagen für die hauptamtliche Wache übergeben zu können.

Mit der neuen Drehleiter wird das bisherige Hubrettungsfahrzeug – eine Teleskopmastbühne aus dem Jahr 2006 – ersetzt. Die Ersatzbeschaffung wurde notwendig, da das bisherige Fahrzeug in den vergangenen Jahren wiederholt technische Probleme aufwies. In enger Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Verwaltung und Politik konnte der Beschaffungsprozess daher um ein Jahr vorgezogen werden.

Bei dem neuen Hubrettungsfahrzeug handelt es sich um eine Drehleiter des Herstellers Rosenbauer auf einem Mercedes-Benz Atego Fahrgestell. Das Fahrzeug entspricht dem aktuellen Stand moderner Hubrettungstechnik und wurde im einheitlichen Erscheinungsbild der Feuerwehr Kerpen gestaltet. Die Planung des Fahrzeuges sowie der technischen Ausstattung erfolgte durch die zuständige Fachabteilung der Feuerwehr 13.2 – Technik, IT und Finanzen in enger Abstimmung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der hauptamtlichen Wache, welche das Fahrzeug im 24-Stunden-Dienst dauerhaft besetzen.

Ein besonderes Augenmerk wurde bei der Planung und Beschaffung auf die Sicherheit der Einsatzkräfte sowie auf technische Assistenzsysteme gelegt. Hierzu zählen unter anderem eine Hochspannungswarneinrichtung, umfangreiche Beleuchtungssysteme mit LED-Bodenprojektionen zur Kennzeichnung von Fahrzeugüberständen und Abstützbereichen sowie das sogenannte ALF-System. Mithilfe des ALF kann binnen Sekunden den passenden Aufstellort der Drehleiter bestimmt werden.
Der Rettungskorb der Drehleiter verfügt über eine Nutzlast von bis zu 500 Kilogramm und kann durch verschiedene Umbauten flexibel an örtliche Gegebenheiten angepasst werden. Hierdurch kann eine möglichst patientenschonende Menschenrettung auch unter schwierigen Einsatzbedingungen gewährleistet werden.

Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über zahlreiche technische Besonderheiten. Hierzu zählen unter anderem das Target Memory System, mit dem Bewegungsabläufe des Leitersatzes aufgezeichnet und automatisiert erneut abgefahren werden können, die Funktion Cross Control, welche den Rettungspunkt bei vertikalen Bewegungen automatisch senkrecht über einem Punkt hält, sowie eine automatische Rückholfunktion, mit der der Rettungskorb den zuvor gefahrenen Weg eigenständig zurückfahren kann.

Weitere Ausstattungsmerkmale sind unter anderem verschiedene Lastösen im Leiterpark, ein Korbeinstieg vor dem Fahrerhaus, unterschiedliche Aufnahmen zur Patientenrettung, eine Halterung für einen Akku-Hochleistungslüfter sowie ein ferngesteuerter Schaum-Wasserwerfer mit einer Förderleistung von bis zu 2.000 Litern pro Minute.

Die Gesamtkosten für das neue Hubrettungsfahrzeug belaufen sich auf rund eine Million Euro, wobei rund 50.000 Euro auf die feuerwehrtechnische Beladung entfallen.

Im Vorfeld der Indienststellung wurde zudem eine umfangreiche Ausbildung der Einsatzkräfte durchgeführt. Die Ausbildung begann bereits Mitte November 2025 und umfasste insgesamt 625 Ausbildungsstunden, davon 85 Stunden theoretische Ausbildung sowie 540 Stunden praktische Ausbildung.

Bis zum heutigen Zeitpunkt haben nahezu alle vorgesehenen Einsatzkräfte die Abnahme als Maschinist für die Drehleiter erfolgreich absolviert. Damit konnte das erforderliche Ausbildungsziel erreicht werden, so dass die Indienststellung des Fahrzeuges nun sehr kurzfristig erfolgt.

Darüber hinaus wurden insgesamt 135 Stunden Mehrarbeit durch Ausbilder und Einzuweisende geleistet. Ein Großteil der Ausbildungsmaßnahmen konnte jedoch innerhalb der regulären Dienstzeit durchgeführt werden, wodurch der ursprünglich erwartete Mehraufwand deutlich unterschritten wurde.
Besonders erwähnenswert ist hierbei, dass sowohl die Ausbilder als auch die teilnehmenden Einsatzkräfte durch ihre hohe Disziplin und ihr Engagement maßgeblich dazu beigetragen haben, den aktuellen Ausbildungsstand innerhalb dieses Zeitraums zu erreichen.

Neben der neuen Drehleiter wurde auch ein neuer Kommandowagen (KdoW) für die Leitung der Feuerwehr Kerpen in Dienst gestellt. Hierbei handelt es sich um einen vollelektrischen VW ID.4 Pro, der im Jahr 2025 beschafft wurde. Es wurde bewusst – in Abstimmung mit der Verwaltung und der Politik – ein vollelektrisches Fahrzeug beschafft, um mit dieser Beschaffung praktische Erfahrungen mit alternativen Antriebstechnologien im Einsatzkontext zu sammeln.

Die bisher gewonnen Ergebnisse zeigen, dass eine Nutzung rein elektrisch betriebener Fahrzeuge in Einzelfällen eine Alternative darstellen kann. Eine flächendeckende Umsetzung ist jedoch – aufgrund der teilweise fehlenden Infrastruktur der Lademöglichkeiten sowie des Energieverbrauchs des Einsatzfahrzeuges – zum derzeitigen Zeitpunkt nicht realisierbar.

Der Kommandowagen dient als Führungsfahrzeug der Leitung der Feuerwehr und verfügt über eine grundlegende feuerwehrtechnische Ausstattung. Hierzu zählen unter anderem BOS-Digitalfunk, eine Sondersignalanlage mit abnehmbarem Magnetblaulicht, Handsprechfunkgeräte, Handscheinwerfer, ein tragbarer Feuerlöscher sowie Lagerungsmöglichkeiten für persönliche Schutzausrüstung und Führungsunterstützungsmittel.

Der VW ID.4 Pro verfügt über eine 77-kWh-Batterie und erreicht eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Die Kosten für das Fahrzeug, einschließlich des Umbaus zum Einsatzfahrzeug, belaufen sich auf rund 64.000 Euro.

Bürgermeister Thomas Jurczyk betonte, dass es einmal mehr der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Feuerwehr zu verdanken sei, dass die Feuerwehr der Kolpingstadt Kerpen weiterhin mit modernen und leistungsfähigen Einsatzfahrzeugen ausgestattet werden kann. Gleichzeitig werde bei solchen Investitionen stets auch auf einen verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Finanzmittel geachtet.

Im Anschluss übergab Bürgermeister Thomas Jurczyk die Fahrzeugschlüssel der beiden Einsatzfahrzeuge an den Leiter der Feuerwehr Kerpen, Branddirektor Andre Haupts.

Andre Haupts bedankte sich stellvertretend für alle Einsatzkräfte der Feuerwehr Kerpen für die Unterstützung bei der Beschaffung der neuen Fahrzeuge und betonte, dass moderne und leistungsfähige Technik eine wichtige Grundlage für die tägliche Arbeit der Feuerwehr darstellt und maßgeblich dazu beiträgt, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der Kolpingstadt Kerpen weiterhin auf einem hohen Niveau gewährleisten zu können.