21.07.2016 - Freisetzung von Salpetersäure

Eine Leckage in einem Lagerbehälter für Salpetersäure in einem Kerpener Industriebetrieb führte zu einem umfangreichen Einsatz der Feuerwehr

Am 21.07.2016 wurde die Feuerwehr der Kolpingstadt Kerpen gegen 11:30 Uhr durch die Leitstelle des Rhein-Erft-Kreises in die Boelckestraße alarmiert. In einer dort ansässigen Firma war es laut der Notrufmeldung zu einem Austritt von Salpetersäure gekommen. Durch die ersteintreffenden Kräfte wurde der betroffene Bereich umgehend geräumt und die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt. Die Messeinheit der Feuerwehr der Kolpingstadt Kerpen führte an der Einsatzstelle und im Umfeld sofortige Schadstoffmessungen durch. Außerhalb der Lagerhalle konnten keine Schadstoffe nachgewiesen werden.

Die Erkundung der Einsatzkräfte ergab, dass aus einem Lagerbehälter mit einem Fassungsvermögen von 1000 Litern eine größere Menge Salpetersäure ausgetreten war. Diese musste durch die Einsatzkräfte mit Schutzanzügen und Atemschutzgeräten mittels Chemikalienbindemittel abgestreut werden, um ein Ausgasen zu verhindern. Durch die körperlich schwere Arbeit und die hohen Außentemperaturen waren hierzu eine Vielzahl an speziell ausgebildeten Feuerwehrangehörigen erforderlich, so dass im weiteren Verlauf nahezu aus dem gesamten Rhein-Erft-Kreis sowie aus dem Kreis Düren und von der Berufsfeuerwehr Köln Einheiten und Material angefordert werden mussten. 

Da in der betroffenen Halle verschiedenste Chemikalien gelagert werden und somit im Falle einer möglichen Vermischung der Stoffe gefährliche Reaktionsprodukte – wie bspw. Blausäure – hätten entstehen können, wurde über die gesamte Dauer der Maßnahmen zur Bergung des ausgetretenen Produktes, die sich bis in die Morgenstunden des Folgetages erstreckten, eine ausreichend hohe Personalstärke der Feuerwehr an der Einsatzstelle vorgehalten, um im Bedarfsfall ein sofortiges Einschreiten sicherstellen zu können. 

Durch mehrere Messeinheiten der Feuerwehren des Rhein-Erft-Kreises sowie die Analytische Task Force der Berufsfeuerwehr Köln wurden kontinuierliche Schadstoffmessungen an der Einsatzstelle und im Umfeld durchgeführt. Zu keiner Zeit konnten Emissionen außerhalb des betroffenen Gebäudes festgestellt werden, so dass weder für die Mitarbeiter der Firma noch für die Bevölkerung eine Gefahr bestand. Des Weiteren wurden durch die umgehende Räumung und die Gefahrenabwehrmaßnahmen keine Personen verletzt. 

Sobald das gesamte Bindemittel aufgenommen worden ist und die abschließenden Messungen der Feuerwehr ebenfalls keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen ergeben, wird die Einsatzstelle an den Betreiber übergeben. Das kontaminierte Bindemittel wird durch eine zertifizierte Fachfirma entsorgt.